In the first round of the SOI 2000, everybody who wanted to participate had to try to solve some or even all of the given six tasks of varying difficulty.
The second round of the SOI 2000 was hosted by Georg Fischer Logimatik AG and took place in Schaffhausen on July 3rd and 4th. As a debut in the history of the Swiss Olympiad in Informatics the second round was held as a two-day event.
The competition took place in the afternoon of the first day and lasted exactly as long as the final's competition, that is, five hours. As the year before, four tough algorithmic problems awaited the 11 participants. The tasks could either be solved in C or C++ with Microsoft Visual C++ 6.0 or in Turbo Pascal with Borland Delphi 4.0.
The second day included a very interesting visit to Charmilles Technologies, a dare-devil visit to a climbing hall, a short press conference with local journalists and of course the announcement of the winners, who will participate at the International Championship in Informatics in Bejing in September.
In Peking fand vom 23. bis 30. September 2000 die zwölfte Internationale Olympiade in Informatik (IOI 2000) statt. 72 Delegationen aus aller Welt mit insgesamt 278 Schülern sowie über 130 Betreuern und wissenschaftlichen Begleitern nahmen an diesem von der UNESCO unterstützten Wettstreit im algorithmischen Programmieren teil. Besonders begabte Jugendliche (meist Sieger von nationalen Wettbewerben und in Kursen speziell gefördert) hatten Gelegenheit, ihr fachliches Interesse an der Informatik zu vertiefen und sich mit Gleichgesinnten in ihren Leistungen zu messen.
Unser Land beteiligte sich in Peking zum neunten Mal an einer Informatik-Olympiade und wurde von Nathan Gass (Gymnasium Neufeld Bern), Patrik Hubschmid (MNG Bern-Kirchenfeld), Martin Jaggi (Kantonsschule Am Burggraben St. Gallen) und Simon Meier (Kantonsschule Beromünster) vertreten. Sie nahmen erfolgreich an der nationalen Ausscheidung (SCI 2000) teil, welche teils an der ETH Zürich und teils bei der Georg Fischer Logimatik in Schaffhausen durchgeführt wurde.
von Patrik Hubschmid
Am Montag und am Mittwoch standen die beiden je fünfstündigen Wettbewerbssessionen auf dem Programm. Im Folgenden möchte ich die Art der gestellten Aufgaben, die Rahmen-bedingungen des Wettbewerbs, die Bewertung der Leistungen der Teilnehmer und schliesslich unsere persönlichen Erfahrungen im Wettbewerb erläutern.
An beiden Tagen hatten wir je drei Programmieraufgaben zu lösen. Dabei hatten wir Programme zu schreiben, die für die Lösung der Aufgaben benötigten Daten (Input) aus einer Datei lasen und anschliessend die Resultate (Output) berechneten und in eine Datei ausgaben. Da das Einlesen des Inputs und das Ausgeben des Outputs einfach waren und die Programme keinerlei Interaktion mit dem Benutzer tätigen mussten, konnten wir uns bei der Lösung der Probleme auf das Finden der optimalen Lösung konzentrieren. Zur Ermittlung der jeweiligen Lösungen war die Kenntnis wichtiger Algorithmen nötig, um dann im Wettbewerb ähnliche Lösungsverfahren anwenden zu können. Zusätzlich kam es bei der Bearbeitung der Wett-bewerbsaufgaben darauf an, einen möglichst effizienten Algorithmus anzuwenden, weil die Laufzeit der Programme begrenzt war.
Während des Wettbewerbs wurde uns Schreibzeug, Papier und ein DOS-Computer mit den Programmiersprachen Turbo C++ und Turbo Pascal, von denen wir eine auswählen konnten, zur Verfügung gestellt. Andere Hilfsmittel wie etwa Bücher, Disketten oder Taschenrechner waren nicht zugelassen. So mussten wir uns während des Wettbewerbs einzig auf unseren eigenen Verstand verlassen. Die Aufgaben wurden uns in Englisch und dank der Arbeit unserer Team-Leader in den Nächten vor den Wettbewerbssessionen auch in unserer Muttersprache abgegeben. Die Möglichkeit, in der ersten Stunde des Wettbewerbs schriftlich Fragen betreffend die Aufgabenstellung an die Jury richten zu dürfen, gab uns zusätzliche Sicherheit.
Die von uns im Wettbewerb erstellten Programme wurden noch am gleichen Tag bewertet. Pro Aufgabe wurden 10 automatisch ablaufende Tests durchgeführt, die eine Beurteilung der Korrektheit und der Effizienz unserer Lösungen erlaubten. Diese Tests beurteilten einzig das Funktionieren unserer Programme. Die Qualität des Programmtextes (Quellcode) und die Eleganz unserer Lösungsideen wurden nicht bewertet. So konnte bereits ein einziger kleiner Fehler, der teils fehlerhafte Berechnungen verursachte, zu grossen Punktverlusten führen. Deshalb mussten wir im Wettbewerb viel Zeit dafür einsetzen, um Fehler in unseren Programmen zu beseitigen, was leider nicht immer einfach war.
Wir fanden die Aufgaben an der IOI schwieriger, komplexer und aufwendiger als bei der Schlussausscheidung in der Schweiz, als wir unter ähnlichen Bedingungen Programmier-aufgaben zu lösen hatten. Einigen von uns machte auch die Wettbewerbssituation zu schaffen, an die wir nicht genügend gewöhnt waren. Kurz gesagt stellte sich im Wettbewerb heraus, dass wir zu wenig Praxis im Lösen von Aufgaben vom IOI-Schwierigkeitsgrad hatten. Dies führte dazu, dass unsere Resultate unter unseren Erwartungen blieben. Immerhin erreichte jedoch Nathan Gass als Einziger unseres Teams einen Rang in der oberen Tabellenhälfte und gewann damit eine Bronzemedaille.
von Martin Jaggi
Während der ganzen Veranstaltung boten die Organisatoren der IOI den Teilnehmern ein ausgezeichnetes Rahmenprogramm. Schon vor der Eröffnungszeremonie besuchten wir mit allen anderen Teilnehmern zusammen den Sommerpalast, eine riesige Parkanlage, die frühere Sommerresidenz der chinesischen Kaiser. Dabei kamen wir zum ersten mal richtig mit der traditionellen chinesischen Architektur in Berührung; die aufwendigen Rinnen-Dächer und Tempel sind schon sehr eindrücklich.
Der zweite grosse Sightseeing-Ausflug galt der Verbotenen Stadt; verboten deshalb, weil früher Normalbürger keinen Zutritt zur damaligen Kaiser-Residenz hatten. Die Verbotene Stadt ist eine riesige Gebäudeanlage direkt nördlich des Tian-Anmen-Platzes im Zentrum von Peking. Dutzende chinesische Hallen, Tore und Tempel aus der Kaiserzeit sind hier zu bestaunen; viele Gebäude wurden zu kleinen Museen umfunktioniert.
Den Donnerstagabend verbrachten wir in einem Chinesischen Zirkus. Für uns war es eine ausgezeichnete Gelegenheit, chinesische Akrobatik statt im Fernsehen einmal wirklich «aus erster Hand» zu sehen.
Die letzte grosse Exkursion führte uns zur chinesischen Mauer, die nur ca. 50 km von Peking entfernt ist. Leider ist der grösste Teil der grossen Mauer bereits verfallen oder in sehr schlechtem Zustand. Ein Teil der Mauer wurde für touristische Zwecke wieder originalgetreu nachgebaut. Aber auch die heutige grosse Mauer ist sehr eindrücklich und trotz der enormen Menschenmengen ist es eine tolle Erfahrung, auf der chinesischen Mauer der ehemaligen Grenze zwischen China und der Mongolei entlangzuwandern.
Der letzte grosse Event im Rahmenprogramm war die Abschluss-Disco am Freitagabend. Diese Veranstaltung wurde von unseren chinesischen Guides organisiert, die ihre musikbegeisterten Mitstudenten von diversen Universitäten mobilisieren konnten. Neben moderner chinesischer Popmusik gab es mehrere Darbietungen von traditioneller chinesischer Musik. So kam ein sehr abwechslungsreiches Programm zusammen. In der anschliessenden Disco herrschte eine ausgezeichnete Stimmung, der Muskelkater in den Beinen erinnerte uns noch mehrere Tage daran, was aber nicht heisst, dass Informatiker generell schlecht Tanzen können…
von Simon Meier
Während des ganzen Aufenthalts in Beijing wurden je zwei Teams von einem Guide begleitet. Dies ist Tradition, war aber im Fall von China umso notwendiger, denn wie hätten wir uns sonst in einer Stadt, die mit einer für uns total unverständlichen Sprache und Schrift ausgestattet war, zurechtfinden sollen. Unser Guide hiess Lulu Song und studierte in Beijing Internationale Politik. Sie hatte, wie auch die anderen Guides, mehrere Prüfungen ablegen müssen, um bei diesem Anlass als Guide zugelassen zu werden. Für die Teilnehmer hatte dies natürlich nur Vorteile, denn so wurden wir von interessierten, motivierten, gut informierten und gut Englisch sprechenden chinesischen Studenten betreut. Wir und fast sicher auch unser „Partnerteam“ aus den Niederlanden, können auf jeden Fall unserem Guide und eigentlich auch allen anderen ein dickes Lob aussprechen.
Ebenso wichtig wie der Wettbewerb, war auch der Gedankenaustausch unter den Teilnehmern und die Möglichkeit, Kontakte mit Teilnehmern aus anderen Ländern zu knüpfen. Dies war für mich eine durchaus positive Erfahrung. Klar vor und während des Wettbewerbes waren alle ein bisschen angespannt und häufig huschte vermutlich auch der Gedanke „Wer ist besser, du oder ich?“ durch die Köpfe der Teilnehmer, wenn sie einander begegneten. Doch in den meisten Fällen hatte dies nur einen geringen Einfluss auf die allgemeine Stimmung und diese war durch und durch friedlich. Besonders gefallen hat mir persönlich die Erfahrung, dass alle sehr ähnliche Interessen hatten und man irgend ein Problem naturwissenschaftlicher Art in die Runde werfen konnte, wo es dann diskutiert und meistens auch gelöst wurde. Natürlich verbrachten wir nicht die gesamte Freizeit nur mit Informatik, Physik oder Mathematik, sondern spielten öfters Pool, genossen eine Party, welche die Iren auf ihrem Zimmer steigen liessen oder diskutierten ein wenig über Gott und die Welt.
Eine ganz interessante Erfahrung, die ich an der IOI 2000 in Beijing machen durfte, war der Besuch einer chinesischen Schule, oder besser gesagt einer der chinesischen Eliteschulen. Dort unterhielten wir uns mit chinesischen Schülern in unserem Alter über die IOI, Peking, McDonalds, Freizeitvergnügen und vieles mehr. Dabei wurden uns die verschiedenen Räumlichkeiten der Schule angefangen beim Medienraum über den „Autofahrlehrraum“ zum Informatikraum bis zum traditionellen Schulzimmer gezeigt. Zum Schluss erhielten wir dann noch ein BigMac-Menu aus dem McDonalds, was im Vergleich mit dem chinesischen Essen, das wir sonst bekamen nicht gerade gut abschnitt.
von Nathan Gass
Es ist nicht einfach ein Land kennenzulernen, wenn man dies in einer Gruppe von über 400 Personen machen will. Deshalb war ich besonders begeistert, dass wir nach dem offiziellen IOI-Programm noch ein paar Tage Zeit hatten, China zu sechst zu erkunden. Wir besuchten den riesigen Tiantan-Park, ferner einen Lama Tempel, wo wir eine Art Opferzeremonie der Mönche miterleben konnten, und verbrachten den 1. Oktober, den Nationalfeiertag der Volksrepublik China, zusammen mit einer gewaltigen Menschenmenge auf dem reich geschmückten Tian-Anmen-Platz.
Ein besonderes Erlebnis hatten wir im Haidan-District Pekings: Auf einer sehr belebten Strasse wurden wir angesprochen, verstehen konnten wir nur das Wort «cd-rome». Zunächst reagierten wir ziemlich skeptisch, folgten aber schliesslich dem jungen Manne in ein eher bescheidenes, werkstattähnliches Lokal. Dort zeigte er uns seine ziemlich umfangreiche Sammlung an CD’s, alle vollgepackt mit Software. Der momentane cd-rome-Kurs beträgt übrigens rund 200 SFr. für 100 „cd-rome“.
Abgeschlossen wurde der letzte Abend im Reich der Mitte mit einem köstlichen Essen in einem Shanghai-Restaurant, das wir bei einem kleinen Ausflug am Nachmittag des ersten Turniertages entdeckt hatten. Während ich vor allem dem Aal zugetan war, begeisterten sich meine Kameraden vor allem für das Huhn an einer ganz speziellen Sauce.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass die IOI 2000 sowohl im Allgemeinen wie auch im Bezug auf China ein äusserst schönes Erlebnis war. Vor allem die Extratage, die uns noch einen „unorganisierten“ Einblick in diese faszinierende Stadt ermöglichten, haben sich echt gelohnt.