Halbzeit bei den SOI Finals

 medals08.jpg Nachwuchs-Informatiker: In 100 Stunden an die Spitze der Pyramide

Nach über 100 Stunden in Contest ähnlicher Umgebung werden am Samstag, den 24. Mai 2008 in Zürich die 12 besten Teilnehmenden der Schweizer Informatik-Olympi­ade mit Medaillen ausgezeichnet. Seit November 2007 haben sich Jugendliche aus der ganzen Schweiz Runde um Runde vorgearbeitet. Im zweiteiligen Final pro­grammieren Mittelschüler aus den Kantonen Bern, Freiburg, Genf, Luzern, St. Gal­len und Zürich kreative Lösungen zu logischen Denkaufgaben. Die vier Goldme­daillengewinner werden die Schweiz an der Internationalen Informatik-Olympiade in Ägypten vertreten.

12 Jugendliche hatten neben den kreativen Ideen auch ziemlich viel Fernweh, als sie ein Programm austüfteln mussten, das den Bau einer möglichst hohen Stufenpyramide mit einer begrenzten Anzahl Kuben simulierte und dabei die sichtbare Oberfläche berech­nete. Seit November 2007 haben sie sich in weit über 100 Stunden Contest an die natio­nale Spitze herangedacht. „Die Pyramidentask war eine elegante Aufgabe“, meint Florian Scheidegger aus Matten (BE), „die mit mathematischen Überlegungen angegangen wer­den konnte“. Nach zwei fünfstündigen nonstop Contests haben sich Johannes Josi (17) aus Unterseen (BE) und Vladimir Serbinenko aus Villarimboud vorerst an die Spitze ab­gesetzt. Erst nach zwei weiteren Aufgabenblöcken wird sich aber entscheiden, wer wel­che Medaille holt und wer als Mitglied des Schweizer Teams die echten ägyptischen Py­ramiden zu Gesicht bekommt.

Leidenschaft mit Zukunft

Ihm imponiere die deutlich spürbare Leidenschaft für Informatik der Jugendlichen genau so wie die Leichtigkeit mit der sie komplexe Probleme bewältigen würden, meinte Gast­geber Jean-Philippe Roulet von Credit Suisse, der beim Thema Software Engeneering selbst ins Schwärmen geriet. Die Grossbank engagiere sich im Jahr der Informatik in 14 ganz unterschiedlichen Projekten, weil sie ein Zeichen für den Informatikstandort Schweiz setzen möchte. Eine Trendwende sei nötig, damit die Stellen im In­formatikbe­reich besetzt werden könnten - schliesslich sei z.B. in einer Bank jede 8. Stelle in der IT anzusiedeln.

Das richtige Tram erwischen

Genauso offen wie die Rangliste war die virtuelle Tramfahrt am ersten Contesttag. Welche Wartenden muss Tram Nr. 13 an der Haltestelle stehen lassen, damit nicht mehr Fahr­gäste als zulässig einsteigen und es am Ende leer im Depot eintrifft? Oder mit welcher Geschwindigkeit und Frequenz geht man durch Türen, welche sich in regelmässigen Abständen öffnen und schliessen? Solche Fragestellungen gaben Anlass zu nächtlichen Diskussionen in gemütlicher Runde. „Neben dem kreativen Denken macht dieser Austausch auch den Reiz einer Olympiade aus,“ meint Adrian Roos (17) aus Schüpfen. Dank einem tüch­tigen Sprint erwischte die Gruppe am Morgen danach auch das richtige Tram, welches sie zu einer weiteren Computerrunde führte.

Einladung zur Siegerehrung

Die Swiss Finals finden am Samstag, den 24. Mai 2008 von 16:00 - 17:00 ihren Abschluss. Wir laden Interessierte herzlich ein zur Medaillenverleihung mit anschliessendem Apéro: Einladung (PDF).